Hof Andacht II

Natürlich hat bei der HofAndacht auch die Feuerwehr in Upende mitgemacht. Natürlich. Einweisung beim Parken, auf die Verkehrssicherheit geachtet und Würstchen gegrillt. So sind sie, die Feuerwehrleute. Dank dafür!

ffw-oldeborg-landandacht.jpg“Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!” So lautet das Bekenntnis der Feuerwehr. Feuerwehren sind oft dabei, wenn Feste gefeiert werden. Sie dienen den Menschen und der Gemeinschaft in ihrem Ort und laden auch zu eigenen Festen ein. “Feuerwehrleute können gut feiern!” Höre ich oft. Und es stimmt. Aber das ist nicht alles. Sie geben viel für unsere Sicherheit, für unser Leben. Das sollten wir nicht vergessen!

Gott die Ehre zu geben heißt: das Leben zu ehren, das Leben in der Gemeinschaft zu suchen und zu fördern, wo immer es geht. Es bedeutet, bereit zu sein, Kompromisse zu suchen, bereit zu sein, zu vergeben, wie es der Vater in der Geschichte vom “Verlorenen Sohn” vormacht. Und in dieser Beziehung halte ich die Feuerwehrfrauen- und Männer für Vorbilder in unserer Gesellschaft: „Wenn andere rausrennen aus dem Haus, rennen sie rein!“

Frank Waterstraat, der frühere Beauftragte unserer Landeskirche für Notfallseelsorge, hat einmal geschrieben:
„Feuerwehrleute sind Grenzgänger der Nächstenliebe, Wanderer zwischen den Welten: Scheitern und Gelingen, Leben und Tod, Trauer und Trost gehören zum Spektrum ihrer Erfahrungen im Einsatz. Sie erleben Menschen an ihren Grenzen, andere und vielleicht auch (manchmal) sich selbst.“

Es wird deutlich, unsere Feuerwehren arbeiten im Sinne Gottes. Und darum brauchen sie unsere Unterstützung:
– durch unser aller Respekt vor ihrer Arbeit,
– ganz praktisch durch Unterstützung der Politik im Kreis und in den Gemeinden, damit sie, gut ausgestattet, so effektiv und so sicher wie möglich arbeiten können
– und auch dadurch, dass wir junge Leute in unseren eigenen Familien, am Arbeitsplatz, in der Schule und auch in unseren Kirchengemeinden ermutigen, in die Feuerwehr einzutreten: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

Und noch etwas: Feuerwehren brauchen unsere Unterstützung indem wir für die Feuerwehrmänner und -frauen beten.

Claus Dreier

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Hof-Andacht

Rund 180 Gottesdienstbesucher*innen kamen am 24. Juni zur regionalen LandAndacht nach Upende. Peter Doden, Annegret Köpsel und Anna Meyerhoff hatten auf ihren Hof eingeladen.
Ansprache AnnaAnna Meyerhoff begrüßte die versammelte Gemeinde und erzählte von der langen Geschichte ihres Hofes.
Pastor Wolfgang Beier führte die Besucher*innen in das Thema der LandAndacht ein und machte konkrete Vorschläge, um die Situation der Landwirtschaft und der Natur zu verbessern: „Nachhaltigkeit ist mir wichtig, Blühstreifen z.B., und dass alle Gärtner so etwas brauchen, wenn sich was ändern soll, beim Mit Finger gleich immer auf Landwirte zeigen ändert sich nämlich nichts. Aber auch die sollen Wegränder und Gräbenkanten wieder erblühen lassen, aber auch die Deich und Sielacht! Und die Deutsche Bahn! Es fängt klein bei uns an, unsere Kulturlandschaft in der wir leben, zu bewahren, wir sind es, die beim Bauern einkaufen und so über einen guten Preis eine gute Qualität ermöglichen.“
Als Co-Prediger sprach der Landwirt Peter Habbena aus Wirdum sehr eindrücklich über die Verantwortung aller für unsere Zukunft.

Pastor Dreier aus Engerhafe hielt die Predigt am Johannistag. Johannes, der Täufer. Er, dessen Geburtstag am 24. Juni gefeiert wird, genau 6 Monate vor der Geburt Jesu, ist auch der Namenspatron der Engerhafer Kirche. Johannes hatte die Menschen zur Umkehr aufgerufen. „So, wie die Welt ist, soll und kann sie nicht bleiben. Tut Buße“, ruft er den Menschen zu. „Ändert Euer Leben, sonst geht die Welt vor die Hunde!“ Dreier sagte in seiner Predigt:
CDF Predigt LandAndacht
„Heute haben wir als Verbraucher die Wahl und die Produzenten – gerade im landwirtschaftlichen Bereich – oft die Qual. Die Qual, anders wirtschaften und produzieren zu müssen, als sie es eigentlich lieber wollten. Alles hat seinen Preis. Auch vermeintlich gute Zeiten.
Wir kaufen und kaufen – Und wir verbrauchen – Energie, Nahrungsmittel, natürliche Ressourcen. Wir können das ja auch. Wir leben ja in Ostfriesland.“
Ein Blick in andere Länder und Kontinente zeige, so Dreier, dass es da oft anders aussieht. „Kriege, Hunger, Armut, Müllberge, Krankheiten, Terror, Unrecht, Gewalt – Tod. Die Tagesordnung. Oder noch mehr Reichtum, Konsum – Umweltverschmutzung. Und alles hat seinen Preis.“ Es reiche nicht, nur hier vor der eigenen Haustür zu schauen. Da gäbe es ja gute Lösungsansätze. Einer heiße z.B. regionale Vermarktung. „Das ist sehr gut – und schmeckt auch noch. Aber wir sitzen alle im globalen Boot und das kostet – das hat seinen Preis und wir zahlen ihn mit.“
Und dabei sei man „blind für die Wahrheit, dass wir als Menschheit umkehren müssen, um zu überleben. Denn so geht es doch nicht weiter. Und erst recht nicht mit einer Politik der kleinen Schritte. Ein bisschen weniger CO2 Emissionen, ein wenig mehr Verzicht auf Plastiktüten. Vielleicht eine Reduzierung des Kohleabbaus. Sind wir so blind, dass wir nicht sehen, wohin uns das führt? Wir sind doch erstarrt vor Angst vor der Wahrheit.
Wir haben Angst vor den nötigen Entscheidungen, die uns selbst betreffen müssen und uns und unser Kauf- Ess- und Lebensverhalten, unsere Wertschätzung für Lebensmittel, unsere selbstverständlichen Ansprüche an das Leben verändern werden. Wir haben Angst davor, dass wir uns radikal verändern müssen. Wir haben Angst, uns der Wahrheit zu stellen, dass dann, wenn wir einfach so weitermachen, die Veränderungen, die dann auf uns zu kommen, nicht weniger radikal sein werden, nur haben wir dann keine Gestaltungsmacht mehr. Dann werden wir fliehen vor den Resultaten unserer Ignoranz. Leprakranke mussten früher außerhalb menschlicher Wohnstätten leben, damit sie niemanden anstecken konnten. Unsere Art zu leben, wenn wir sie nicht verändern, wird uns auch ins Exil führen, jenseits unseres Garten Edens – und wir werden unsere eigenen Fluchtgeschichten kreieren.
Heute sterben Menschen. Im Mittelmeer, sie ertrinken, verdursten. Woanders verhungern Kinder! Menschen sterben durch Folter. Wer die Wahrheit sagt, wird mundtot gemacht.“
Und dabei, so Dreier, gäbe es doch auch das Andere in dieser Welt:
„Es gibt die Wahrheit, Würde, Gerechtigkeit und Recht. Es gibt Solidarität, Teilen, Verantwortung und Vertrauen, Zivilcourage, Hoffnung, Liebe, es gibt Leben!“
Die radikalen Herausforderungen unserer Zeit können wir nur beantworten mit radikalen Veränderungen unseres Verhaltens – und das gilt global für die Menschheit. Es gilt im Kleinen, wenn es um Milchpreise geht und im Großen, wenn wir an die Klimaveränderung und seine Folgen denken.“

Einführung des neuen Kirchenvorstand

Am 17. Juni wurde der Kirchenvorstand in das Amt eingeführt. Gleichzeitig wurden drei Mitglieder aus dem Amt verabschiedet.

P. Dreier sagt: „Nach sechs Jahren geht die Kirchenvorstandsarbeit heute zu Ende. Auch wenn noch drei weiter im KV vertreten sind, so ist doch dies ein Einschnitt, der alle betrifft. Es wurden viele Entscheidungen getroffen, und auch viel praktische Arbeit ist geleistet worden – Stunden habt Ihr diskutiert – manche Nacht nur wenig Schlaf gehabt – und Ihr habt miteinander das Gesicht unserer Gemeinde geprägt. Ich weiß, dass Ihr alle sehr viel Kraft und Liebe eingebracht habt. Und die Lebendigkeit ist hier spürbar. Ihr habt in dieser Zeit versucht, Eurer Verantwortung vor Gott und den Menschen, die hier als Gemeinde Jesu Christi in Engerhafe leben, bewusst zu sein. Ich weiß, dass das auch spürbar gewesen ist. Und nun können wir Gott nur darum bitten, dass er Eure Arbeit segnen möge.

Wir verabschieden heute aus dem Amt eines Kirchenvorstehers einer Kirchenvorsteherin:
Arntje Claassen (seit Juni 2000),
Uta Mansholt (April 2013) und
Gerd Lücken (Juni 2000).

Ihr habt dazu beigetragen, dass sich die Gemeinde verändert und die Gemeinde hat auch Euch verändert. Ihr habt sie lieben gelernt doch manchmal war das Amt nicht nur eine Lust, sondern auch eine Last; sicher auch für Freunde oder Angehörige.
Die Kirche ist Euch sicher auch vieles schuldig geblieben – dort z.B., wo ihr viel gegeben habt und niemand hat es gemerkt oder anerkannt – Kirche ist menschlich – Pastorinnen und Pastoren besonders. Ich bitte Euch, was das angeht, um Verzeihung.
Ich wünsche mir am Ende Eures Dienstes als Kirchenvorsteherin und Kirchenvorsteher, dass der Schlusspunkt ein Doppelpunkt wird. Wir brauchen Euch in unserer Gemeinde, Eure Erfahrung, Eure Liebe, Euer Können!
Gottes Segen begleite Euch.“

KV Engerhafe

Zu Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern dieser Gemeinde sind (in alphabetischer Reihenfolge) gewählt und berufen worden:
Martina Bennmann
Heidi Diedrichs
Ingrid Focken
Andrea Freimuth,
Frerich Hinrichs
Ihno Müller

Pastor Dreier führte sie im Gottesdienst in ihr Amt ein. Anschließend richtete er das Wort an die Gemeinde: „Euch aber, liebe Gemeinde, bitte ich, achtet den Dienst Eurer Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, damit sie ihr Amt mit Freude führen und nicht müde werden. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass sich Menschen bereit erklären, sich für 6 Jahre intensiv an den gemeindeleitenden Aufgaben zu beteiligen. Dass das bei Ihnen und Euch so ist, freut mich und ich möchte für diese Bereitschaft danken.

Sehr viel Kraft, Liebe, Geduld und manchmal auch Nerven sind nötig. Das alles wünsche ich dem Kirchenvorstand. Euch allen wünsche ich Wurzeln und Flügel, damit ihr Gottes Nähe spürt – auf eurer Glaubensreise zwischen Himmel und Erde.

Zum Schluss dankte Dreier dem Wahlvorstand, der die Wahl geleitet hatte, Heike Schröder, Gerda Schmidt, Johannes Dirksen, Helmut Caspers, dem Vorsitzenden Martin Doden und Reemt Lübbers und übergab ihnen Blumen.