Besuch des Landesbischofs in Engerhafe

Der Besuch des Landesbischof begann mit einer Andacht in der Kirche. Nachher lies sich der Landesbischof die Kirche zeigen. Nach der Kirchenbesichtigung hat sich Bischof Meister das Mahnmal auf dem Friedhof und das Alte Pfarrhaus aus dem 16. Jh. mit den sog. Totenzetteln aus dem Pfarrarchiv angeschaut, auf denen die Namen der 188 im KZ Engerhafe Verstorbenen notiert wurden.

Bei dem Gespräch im Gemeindehaus haben die etwa 20 Gemeindeglieder, die eine Gruppe leisten oder einen anderen Dienst in der Gemeinde tun, sich dem Bischof kurz vorgestellt. Auf die Frage von Pastor Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau, wie die Gemeindeglieder eine ererbte Million für die Gemeindearbeit einsetzen würden, haben viele ihre Visionen von Gemeinde entfaltet und sich eine volle Pfarrstelle oder den Neubau des Gemeindehauses gewünscht.

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Der Bischof bedankte sich sehr für das angenehme und anregende Gespräch in der kleinen, aber an kirchlichem Leben so reichen Gemeinde. Besonders beeindruckt war er nicht nur von den vielfältigen Aktivitäten, sondern auch von den geschichtsträchtigen Engerhafer Kirche und ihren Kunstschätzen.

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Landesbischof entdeckt Kultur

Mit großem Wissensdurst ließ sich Landesbischof Ralf Meister (Zweiter von links) von Uta Mansholt (ganz rechts) das Inventar der Kirche Engerhafe erklären. Mit dabei: Der Kirchenvorstand und Mitglieder des Kirchenkreises. Bild: Ortgies

Mit großem Wissensdurst ließ sich Landesbischof Ralf Meister (Zweiter von links) von Uta Mansholt (ganz rechts) das Inventar der Kirche Engerhafe erklären. Mit dabei: Der Kirchenvorstand und Mitglieder des Kirchenkreises. Bild: Ortgies

Ralf Meister ist seit Freitag zu Gast im Kirchenkreis Aurich. Am Morgen begann das Programm mit einem Besuch der Kirche Engerhafe. Am Sonnabend steht ein großer Empfang bevor.
Engerhafe – Ein Altarbild mit großen Figuren, mit denen das Abendmahl Jesu Christi wie eine Theaterszene erscheint, eine bärtige Meerjungfrau auf dem Deckel des Taufbeckens oder die bildnerische Darstellung des Reformators Jan Hus in Norddeutschland – dass die Kirchen in Engerhafe derart viele Besonderheiten zu bieten hat, versetzte Landesbischof Ralf Meister am Freitagmorgen in großes Staunen. Bei seinem Besuch löcherte er Uta Mansholt mit immer neuen Fragen – und die Kichenführerin hatte auf alles eine sachkundige Antwort.
„Das war ein Einblick in diese Kulturlandschaft, der mich sehr neugierig gemacht hat“, sagte Landesbischof Meister anschließend. Das Oberhaupt der Landeskirche Hannover ist seit Freitag zu Gast im Kirchenkreis Aurich, und hatte nach dem Besuch in Engerhafe ein umfangreiches Programm vor sich. Freitagabend leitete er das erste Ihlow-Gebet im Raum der Stille auf der Klosterstätte Ihlow in diesem Jahr. Nach Besuchen in Emden, Leer und Norden sei dies sein erster Besuch im Kirchenkreis Aurich, sagte Meister. In Engerhafe begegnete er dem Vorstand einer ländlichen Gemeinde, der natürlich zu einem Gespräch bei Tee und Kuchen einlud. Der Landesbischof informierte sich über die Gedenkstätte für das KZ Engerhafe.
Am Sonnabend wird Meister ein Gespräch mit dem Auricher Superintendenten Tido Janssen und dem Kirchenkreisvorstand führen, bevor er beim öffentlichen Jahresempfang in der Lambertikirche ab 12 Uhr einen Vortrag zum Thema: „Kirche in guter Nachbarschaft – Kirche auf dem Lande“ halten wird.
Von Karin Lüppen