Engerhafer Pastor nach Bayern verabschiedet

Superintendent Tido Janssen begeistert von „singender, klingender Gemeinde“ – Hermann Bontjer fordert volle Pfarrstelle

Pastor Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau und seine Frau Adele von Bünau bekamen von Ortsvorsteher Frerich Hinrichs (Mitte) ein Abschiedsgeschenk – ein Foto der Engerhafer Kirche. Foto: Janssen

Pastor Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau und seine Frau Adele von Bünau bekamen von Ortsvorsteher Frerich Hinrichs (Mitte) ein Abschiedsgeschenk – ein Foto der Engerhafer Kirche. Foto: Janssen

Abschied nehmen hieß es am Sonntag in der St.-Johannes-Kirche in Engerhafe.

Wie berichtet, wird der bisherige Pastor Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau Engerhafe demnächst in Richtung Pullach/Bayern verlassen, um dort eine neue Stelle als Rektor des Theologischen Studienseminars der Vereinigten evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands anzutreten. In einem Gottesdienst am Nachmittag, der neben der Verabschiedung des Pastors auch den Abschluss der regelmäßig stattfindenden Visitation durch den Superintendenten Tido Janssen darstellte, nutzten zahlreiche Mitglieder der Kirchengemeinde die Gelegenheit, ihrem Pastor Lebewohl zu sagen.
Neben Tido Janssen waren auch zahlreiche Pastoren des Kirchenkreises gekommen, um sich ebenfalls von ihrem Kollegen zu verabschieden. Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen der Musik, die in der Engerhafer Kirchengemeinde einen sehr großen Stellenwert hat. Den Anfang machten Musiker des „Collegium Musicum“ aus Aurich, bevor der Gitarrenchor und der Posaunenchor den Besuchern einen Willkommensgruß sangen. Auch der Kirchenchor sowie der Chor des Kindergottesdienstes waren mit von der Partie. Superintendent Tido Janssen dankte Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau für die Treue und seinen unermüdlichen Einsatz für die Kirchengemeinde, aber auch für den Kirchenkreis.
Er habe in der vergangenen Woche im Rahmen seiner Visitation eine singende, klingende Kirche erlebt. Dies sei ein großer Schatz dieser Kirchengemeinde. Die drei Jahre, in denen Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau in Engerhafe tätig war, habe Janssen als eine intensive Zeit empfunden. „Sie reihen sich hier in eine ganze Folge besonderer Pastoren ein“, so Janssen in Richtung des scheidenden Pastors. Für den anregenden, angenehmen und oft auch wohltuenden Umgang dankte der Superintendent Dr. Dieckmann-von Bünau ganz persönlich und bescheinigte ihm, dass er genau der richtige Mann für die Stelle in Pullach sei.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gottesdienstbesucher in den Gulfhof Ihnen eingeladen, um sich bei Tee und Kuchen von Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau und seiner Frau Adele, die sich besonders um die Musik der Gemeinde verdient gemacht hatte sowie von den beiden Söhnen Phillip und Johannes zu verabschieden. Mitglieder der Gemeinde hatten zahlreiche Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet. So überreichte Ortsvorsteher Frerich Hinrichs im Namen des Kirchenvorstandes ein Bild der Engerhafer Kirche, damit sich die Pastorenfamilie immer an die drei Jahre in Engerhafe erinnern könne.
Ein „ostfriesisches Überlebenspaket“ hatten die Mitglieder des Posaunenchores geschnürt. Darin waren neben Teetassen, Kluntje und einer Packung Ostfriesentee ein Wasserfilter und eine Ladung Ersatzfilterpatronen, damit der Tee auch in Bayern, wo die Wasserqualität mit der in Engerhafe nicht zu vergleichen sei, schmecke. Auch Südbrookmerlands Bürgermeister Friedrich Süssen sowie der stellvertretende Landrat Hermann Bontjer waren gekommen, um der Pastorenfamilie einige Abschiedsworte vor dem Umzug in den Süden der Republik mit auf den Weg zu geben. Nach Süssens Worten hat die Gemeinde der Gläubigen viel mit der weltlichen Gemeinde gemeinsam. So seien beide für das Wohl ihrer Mitglieder zuständig. In Richtung des Superintendenten Janssen zeigte sich Süssen überzeugt, dass dieser alles tun werde, um die Pastorenstelle in Engerhafe und auch die demnächst freiwerdende Stelle in Moordorf möglichst schnell wieder zu besetzen.
Wie Janssen daraufhin berichtete, seien die Stellen in Engerhafe und Moordorf, aber auch eine freie Stelle in Holtrop zum 1. Februar ausgeschrieben, sodass der Kirchenkreis Aurich in den Ausschreibungen für Pastorenstellen derzeit sehr präsent sei. In Engerhafe werde es weiterhin eine 75-prozentige Stelle geben. Dr. Dieckmann-von Bünau hatte darüber hinaus noch eine 25-prozentige Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises inne.
Hermann Bontjer hatte nach seinen eigenen Worten bereits bei der Einführung des Pastors im Jahr 2009 damit gerechnet, dass das Wirken des Dr. Dieckmann-von Bünau in Engerhafe von nicht allzu langer Dauer sein werde. Dies meinte er jedoch keinesfalls negativ. „Wer sich mit Ihnen und Ihrer Vita beschäftigt hat, der wusste von Anfang an, dass Sie zu Höherem berufen sind“, so Bontjer in Richtung des Pastoren.
Bontjer hält den Wechsel an das Studienseminar für einen richtigen Schritt, denn schließlich müsse man, wie in der freien Wirtschaft, fähige Leute auch mal ziehen lassen, damit diese ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben können. Abschließend forderte er den Superintendenten Janssen auf, noch einmal zu überlegen, ob es nicht auch für eine volle Pastorenstelle in Engerhafe reichen könnte.

Ein weiteres „Überlebenspaket“ überreichte Moordorfs Pastorin Heidrun Ott. Darin war neben Tee und anderen Leckereien ein Päckchen mit der „Erkenntnis, wie man aus einem Elefanten eine Mücke machen kann“.
„Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man diese Erkenntnis hin und wieder mal ganz gut gebrauchen kann“, sagte sie und spielte damit offensichtlich auf die Diskussionen um das Moordorfer Kirchenmodell und den umgesetzten Moordorfer Taufstein an. Für den Schluss des Nachmittages hatte die Familie Dieckmann-von Bünau noch eine Überraschung angekündigt. Sie hatten ein Lied vorbereitet, in dem die ganze Familie auf ihre Zeit in Ostfriesland zurückblickte. Ein weiteres Lied, welches sie auf die Melodie von „Time to say Goodbye“ von Andrea Bocelli und Sarah Brightman geschrieben hatten, sangen Dr. Detlef-Dieckmann-von Bünau und seine Frau Adele dann im Duett. Endlos schien im Anschluss die Schlange der Gemeindemitglieder, die sich noch persönlich von der Familie verabschieden wollten.

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